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Spezifische kognitive oder interpersonelle Psychotherapieverfahren, die bei
episodisch auftretenden Depressionen eine gute Wirksamkeit bewiesen, haben sich
bei chronischen Depressionen bisher als wenig erfolgversprechend erwiesen. Die
bisherigen Forschungsbefunde sprechen bei dysthymen Störungen für eine
Überlegenheit von medikamentöser Therapie gegenüber Psychotherapie, wobei
allerdings in allen Studien eine nur geringe Sitzungsanzahl untersucht wurde
(6-20 Sitzungen). Auch eine Kombinationstherapie konnte im Vergleich zu den
jeweiligen Monotherapien keine klaren Vorteile erzielen. Bei chronischer Major
Depression erwies sich lediglich das CBASP, allerdings in bisher nur einer
einzigen umfassenden Untersuchung als gleichwirksam wie eine Pharmakotherapie
(siehe Abb.1). Die Kombination beider Ansätze war deutlich erfolgreicher als
die Monotherapien, der erste Nachweis, dass Psychotherapie die Effektivität von
Medikamenten deutlich erhöhen kann.

Abb. 1 Kombinationstherapie bei chronischer Depression (nach Keller et
al., 2000)
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